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Das 4. Buch Mose – Überblick und Themenfelder

I. Allgemeines

1. Zum Aufbau der Textplaneinheiten
In den Monaten Februar bis April 2005 ist das 4. Buch Mose an der Reihe. Wir schließen damit unmittelbar an die Textplaneinheiten der letzten Jahre an:
· Im Jahr 2002: 1.Mose 37-50: die Josefsgeschichte; Jakobs Familie kommt nach Ägypten
· Im Jahr 2003: 2.Mose 1-20: Israel wird in Ägypten unterdrückt. Gott führt aus der Knechtschaft in die Freiheit. Der Weg des Volkes bis zum Sinai.
· Im Jahr 2004: 2.Mose 21-40/3.Mose in Auszügen: Israel am Sinai (Zehn Gebote; Bundesschluss; Stiftshütte ...)
· Im Jahr 2005: 4.Mose in Auswahl: Israels Weiterweg vom Sinai durch die Wüste bis ins Ostjordanland.

1.1. Der Name
Das 4. Buch Mose wird im Fachwort „Numeri“ genannt; Abkürzung: Num. Numeri bedeutet: Zählungen (Zählungen des Volkes in Kap. 1 und 26).

1.2. Die Gliederung/der Inhalt
· Teil I: Am Sinai (Kap. 1,1-10,10): erste Volkszählung; einzelne Bestimmungen über den Dienst der Leviten und allgemeine Bestimmungen über den Alltag. Vor allem aber: der Aaronitische Segen (6,22-27) vor dem Aufbruch zum Weg durch die Wüste. „Du sollst meinen Namen auf die Israeliten legen, dass ich sie segne.“
· Teil II: Der Wüstenaufenthalt (Kap 10,11-20,13).
Berichtet werden einige wenige Ereignisse, die geistlich gesehen sehr bedeutend und deshalb im Textplan aufgenommen sind:
- Kap. 11: Das murrende Volk; Gott steht Mose bei
- Kap. 12: Auflehnung Mirjams und ihr Aussatz
- Kap. 13/14: Aussendung der Kundschafter; Aufruhr des Volkes; glaubensmutiges Eintreten von Josua und Kaleb vor ganz Israel; Gottes Strafe für Murren und Widerstand.
- Kap. 16: Aufruhr und Untergang der Rotte Korah
- Kap. 17: Neue Empörung gegen Mose und Aaron
- Kap. 20: Mirjams Tod; Mose schlägt den Felsen beim Haderwasser.
· Teil III: Der Zug ins Ostjordanland und nach Moab (Kap. 20,14-36,13)
Israel kommt bis an die Grenze des Landes Kanaan. Besondere Ereignisse u.a.:
- Kap. 21: Die eherne Schlange
- Kap. 22-24: Der Wahrsager Bileam
- Kap. 27: Josua wird zum Nachfolger Moses bestellt
- Kap. 32: Verteilung des Ostjordanlandes.

II. Themenfelder
Die genannten Themenbereiche ziehen sich insgesamt durch die Geschichten hindurch. Sie sollten immer wieder angesprochen, ausgelegt und vertieft werden, denn „dies widerfuhr ihnen als ein Vorbild. Es ist aber geschrieben uns zur Warnung, auf die das Ende der Zeiten gekommen ist“ (1.Kor 10,11).

1. Gottes Volk unterwegs
· Beispielhaft erleben wir, was es heißt, im Glauben unterwegs zu sein: wunderbare Erfahrungen der Durchhilfe Gottes; Bewährungsproben und Versuchungen; Sieg und Niederlagen (1.Kor 10,1-11).
· Die vielen Namen und Orte zeigen, dass Gott real in Raum und Zeit handelt und gegenwärtig ist.
· Das entscheidende Merkmal auf dem Weg durch die Wüste: Gehorsam oder Ungehorsam/Glaube oder Unglaube gegen Gottes Weisungen und seine Führung. Gehorsam bringt Segen; Ungehorsam bedeutet: das verpasste Ziel und die verwirkte Gottesruhe (Hebr 3,7-19).
· Unterwegssein heißt: ein Ziel vor sich haben. Für Israel ging es um den Einzug in das verheißene Land und damit um die verheißene Gottesruhe (Hebr 4,1-11).

2. Unter der Führung Gottes
· Eindrücklich und anschaulich wird sie geschildert durch das Geschenk der Wolken- und Feuersäule.
· Sie bestimmt den Zeitpunkt für Wandern und Ruhen (Kap. 9,15-23; vgl. 2.Mose 13,21; 40,36-38; Ps 78,14; 1.Kor 10,1). „So oft sich aber die Wolke vor dem Zelt erhob, brachen die Israeliten auf; und wo die Wolke sich niederließ, da lagerten sich die Israeliten. Nach dem Wort des Herrn brachen sie auf, und nach seinem Wort lagerten sie sich“ (Kap. 9,17.18).

3. Schlüsselwort: „Murren“
· Hier wird ein entscheidender Grundzug menschlicher Existenz deutlich. Mose erlebt allein 16 schwere Auflehnungen (7-mal in 2.Mose/9-mal in 4.Mose). „Murret auch nicht, wie einige von ihnen murrten und wurden umgebracht durch den Verderber“ (1.Kor 10,10).
· Das Murren des Volkes in 4.Mose betrifft
- den Weg (11,1-3)
- das Essen (11,4-6; 21,4-9)
- das Land (13,30-14,4)
- die Führer (12,1.2; 16,1-17,5)
- die Gerichte Gottes (17,6)
- die Wüste (20,2-5).

4. Die Heiligkeit und die Barmherzigkeit Gottes
Beides wird im 4. Buch Mose in eindrucksvoller Weise veranschaulicht:
· Heiligkeit. Sein Zorn über die Sünde und die Gerichte Gottes (Beispiel: 11,1.33; 14,21ff; 16,31-35 ...).
· Barmherzigkeit. Gott lässt einen „Rest“ (Kaleb und Josua); trotz allem löst er seine Verheißungen vollständig ein (vgl. Jos 21,43-45). Allein die Gnade und Treue Gottes sind es, die das Volk weiterleben lassen. Seine Barmherzigkeit zeigt sich auch darin, dass er immer wieder neu redet und das Flehen seines Dieners Mose erhört.

III. Heilsgeschichtliche Linien
ziehen sich durch das ganze 4. Buch Mose. Zudem gibt es einige klare messianische Verheißungen.
· Was Jesus auf sich selbst bezieht: Joh 5,45-47; Lk 24,27
· Der Stern aus Jakob: 24,17.18, vgl. Mt 2
· Die eherne Schlange: 21,6-9, vgl. Joh 3,14-16
· Gott als der Versöhner der Sünden: 5,6-8, vgl. 2.Kor 5,19-21
· Die Freistädte: 35, vgl. Hebr 6,18 (Zuflucht)
· Christus, der Fels (1.Kor 10,4)

IV. Vorbilder des Glaubens
Wir erleben in Mose einerseits und in Josua und Kaleb andererseits Glaubensvorbilder.
· Sie wirken weit über die Zeit und das Volk Israel hinaus.
· Ihre Schwächen und ihre Schuld wird nicht verschwiegen; doch in ihrer ganzen Hingabe an Gott wird Gottes Kraft und Segen deutlich (2.Kor 12,9).
· Mose wird unter den großen Glaubenszeugen im NT aufgeführt: Hebr 11,23-29.

Otto Schaude, Reutlingen


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